28 Jun 2026
EuGH-Urteil C-198/24 erweitert Möglichkeiten zur vorläufigen Kontopfändung bei Online-Glücksspielanbietern

Am 21. Mai 2026 hat der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-198/24 ein Urteil gefällt, das deutschen Gerichten die Anordnung vorläufiger Kontopfändungen gegen Online-Glücksspielanbieter ermöglicht, und zwar besonders bei solchen mit Sitz in Malta, um Spielern bei der Durchsetzung von Rückforderungsansprüchen für Verluste aus illegalen Online-Casino- und Wettaktivitäten zu helfen. Dieses Urteil baut auf früheren nationalen Gerichtsentscheidungen auf, die Rückerstattungen zuließen, wenn Betreiber keine deutsche Lizenz nach dem Glücksspielstaatsvertrag besaßen, während das neue Verfahren die Position von Spielern in laufenden Verfahren stärkt und die praktische Umsetzung von Ansprüchen erleichtert.
Hintergründe und rechtliche Entwicklung
Deutsche Gerichte konnten bereits in der Vergangenheit Rückforderungen von Spielern gegenüber nicht lizenzierten Anbietern zusprechen, weil das Fehlen einer Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag die Angebote als illegal einstufte, und das EuGH-Urteil in der Rechtssache C-198/24 schafft nun zusätzliche Instrumente, indem es die vorläufige Pfändung von Konten als Durchsetzungsmittel bestätigt. Betreiber mit Sitz in Malta geraten dadurch verstärkt ins Visier, da viele solcher Plattformen grenzüberschreitend agieren, ohne eine deutsche Zulassung zu besitzen, und Gerichte können nun schneller auf Guthaben zugreifen, um potenzielle Erstattungen abzusichern.
Praktische Auswirkungen auf laufende Verfahren
In zahlreichen anhängigen Fällen erhalten Spieler durch diese Entwicklung bessere Chancen, ihre Forderungen tatsächlich durchzusetzen, weil die vorläufige Kontopfändung verhindert, dass Betreiber Mittel abziehen, bevor ein endgültiges Urteil vorliegt, und nationale Gerichte setzen diese Möglichkeit bereits in mehreren Verfahren um. Die Entscheidung bezieht sich explizit auf illegale Online-Casino- und Sportwettaktivitäten, sodass Betroffene, die Verluste erlitten haben, ohne gültige deutsche Lizenz der Anbieter, nun ergänzende rechtliche Schritte einleiten können.

Beobachter verfolgen seit Juni 2026, wie sich diese Regelung in der Praxis auswirkt, und erste Anträge auf Kontopfändungen wurden bereits bei deutschen Amtsgerichten eingereicht, während die maltesischen Betreiber mit neuen Herausforderungen bei der Verteidigung gegen solche Maßnahmen konfrontiert sind. Das Urteil schafft keine neuen materiellen Ansprüche, sondern verbessert die Vollstreckung bestehender Rechte, die aus dem nationalen Glücksspielrecht resultieren.
Verbindung zu früheren Entscheidungen
Bereits vor dem EuGH-Urteil hatten deutsche Oberlandesgerichte in Einzelfällen Rückerstattungen zugesprochen, wenn Anbieter ohne die erforderliche Lizenz tätig waren, und die aktuelle Entscheidung ergänzt diese Linie durch ein europarechtlich abgesichertes Instrument der vorläufigen Sicherung, das grenzüberschreitende Vollstreckung erleichtert. Spieler, die an illegalen Angeboten teilgenommen haben, können dadurch in Verfahren, die bereits vor Mai 2026 anhängig waren, zusätzliche Maßnahmen beantragen, um ihre Position zu verbessern.
Ausblick auf weitere Entwicklungen
Im Juni 2026 zeigen sich erste Reaktionen bei Anwaltskanzleien und Verbraucherschutzorganisationen, die Betroffene bei der Beantragung von Kontopfändungen unterstützen, während die betroffenen Betreiber rechtliche Prüfungen ihrer Konten in Deutschland vornehmen, und die Entwicklung bleibt eng mit dem bestehenden Glücksspielstaatsvertrag verknüpft. Deutsche Gerichte wenden die neue Möglichkeit selektiv an, sodass nur in Fällen mit hinreichend begründeten Ansprüchen vorläufige Pfändungen erfolgen.
Fazit
Das EuGH-Urteil in der Rechtssache C-198/24 vom 21. Mai 2026 erweitert das Instrumentarium deutscher Gerichte zur Durchsetzung von Spieleransprüchen gegen nicht lizenzierte Online-Glücksspielanbieter durch die Möglichkeit vorläufiger Kontopfändungen, und diese Maßnahme baut auf vorhandenen nationalen Rechtsgrundlagen auf, ohne neue materielle Rechte zu schaffen. Betroffene Spieler erhalten dadurch in laufenden Verfahren zusätzliche Optionen zur Sicherung potenzieller Rückerstattungen, während die Umsetzung in der Praxis weiter beobachtet wird.